Privatinsolvenz


Privatinsolvenz
© Gina Sanders – Fotolia.com

Privatinsolvenz / Verbraucherinsolvenz als letzter Ausweg

Die gerichtliche Schuldenregulierung nennt man Verbraucherinsolvenz. Hat ein Gläubiger ein rechtskräftiges Urteil oder einen Vollstreckungsbescheid erwirkt, so kann er daraus über einen Zeitraum von 30 Jahren die Zwangsvollstreckung betreiben. Meldet ein Verbraucher Privatinsolvenz / Verbraucherinsolvenz an mit darauf folgender Restschuldbefreiung, so kann er auch gegen den Willen des Kreditgebers von seinen Schulden befreit werden. So ist es in der Insolvenzordnung festgelegt. Durch diese gesetzliche Regelung haben überschuldete Menschen die Möglichkeit, sich dank der kürzeren Wohlverhaltensphase und einer eventuell möglichen Stundung der Verfahrenskosten, eine echte Chance zu bekommen, sich aus der Schuldenspirale zu befreien.

Wie ist das Verbraucherinsolvenzverfahren aufgebaut?

Das Privatinsolvenzverfahren ist in drei Stufen aufgeteilt.

Der erste Schritt ist ein außergerichtlicher Einigungsversuch mit den Gläubigern. In dieser Phase wird alles versucht, um die Finanzmisere ohne die Hinzuziehung eines Gerichts aus der Welt zu schaffen. Erst wenn dieser Versuch scheitert, kommt es zum zweiten Schritt. Der außergerichtliche Einigungsversuch hat zum Ziel, dass man sich mit allen Gläubigern darauf einigt, einem Schuldenbereinigungsplan zuzustimmen. Es gibt für diese Maßnahme keine gesetzlichen Vorgaben. Alle Konditionen können mit den Gläubigern frei formuliert werden.

Der zweite Schritt wäre dann die gerichtliche Schuldenbereinigung. Dieser Weg wird eingeschlagen, wenn der außergerichtliche Einigungsversuch gescheitert ist. In diesem Falle wird beim Insolvenzgericht am jeweiligen Wohnort das Verbraucherinsolvenzverfahren beantragt. Dafür gibt es einen amtlichen Vordruck, der gewissenhaft ausgefüllt werden muss.

Die dritte Möglichkeit ist das vereinfachte Insolvenzverfahren. Hierfür ist eine Voraussetzung, dass Vermögen oder Einkommen vorhanden sind, das gepfändet werden kann. Die Kosten des Verfahrens müssen gesichert sein oder es muss dem Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten stattgegeben worden sein. Es wird dann vom Gericht ein Treuhänder eingesetzt, der die Aufgabe hat, das pfändbare Sach- und Geldvermögen des Schuldners zu verwalten und damit dann die Verfahrenskosten zu begleichen und die Schulden zu tilgen. Wird vom zuständigen Gericht beschlossen das Verfahren zu eröffnen, werden in dem Moment die betroffenen Gläubiger aufgefordert, ihre Forderungen offenzulegen.