Privatinsolvenz beantragen – aber wie?

By | 11. Juli 2013

Die Privatinsolvenz ist die gerichtliche Schuldenregulierung im Falle einer Überschuldung. Es ist für Gläubiger möglich, 30 Jahre lang die Zwangsvollstreckung zu betreiben, sofern sie ein rechtskräftiges Urteil oder einen Vollstreckungsbescheid erwirkt haben. Es ist für überschuldete Menschen möglich, sich auch ohne die Zustimmung des Gläubigers aus der Verpflichtung befreien zu lassen, und zwar durch die Beantragung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens.

Es ist der Verkürzung der Wohlverhaltensperiode zu verdanken und auch der eventuellen Stundung der Kosten für das Verfahren, dass Menschen in einer aussichtslosen finanziellen Situation nun auf einen Neuanfang hoffen dürfen.

Wie geht es bei der Privatinsolvenz vor sich?

Das Verfahren für die Privatinsolvenz ist in drei Phasen unterteilen.

  • Stufe 1 ist der außergerichtliche Einigungsversuch,
  • Stufe 2 ist das gerichtliche Einigungsverfahren und
  • als Drittes dann das vereinfachte Insolvenzverfahren, an das sich eine Wohlverhaltensphase anschließt

Sind die außergerichtlichen Einigungsversuche gescheitert, so kann das Privatinsolvenzverfahren beim ortansässigen Gericht beantragt werden. Es ist eine Voraussetzung für den Beginn des Verfahrens, dass der Schuldner über pfändbares Vermögen oder Einkommen verfügt, damit die Verfahrenskosten gesichert sind. Eine zweite Möglichkeit wäre, dass einem Antrag auf Stundung der Kosten für das Verfahren stattgegeben worden ist.

Privatinsolvenz beantragen – Tipps und Tricks

Vom zuständigen Gericht wird ein Treuhänder eingesetzt, der das Sach- oder Geldvermögen verwaltet, um so die Kosten des Verfahrens zu decken und die Schulden zu tilgen. In dem Moment, in dem der Beschluss des Gerichtes ergeht, dass das Insolvenzverfahren eröffnet ist, werden alle betroffenen Gläubiger aufgefordert, ihre Forderungen zu melden.

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Die Daten des Schuldners werden veröffentlicht und so hat jeder Gläubiger die Möglichkeit, seine Forderungen anzumelden. Es erfährt aber auch

  • Arbeitgeber
  • Vermieter
  • und andere Menschen von der Privatinsolvenz

Sollte das Gericht feststellen, dass ein Gläubiger durch falsche Angaben o. ä. getäuscht wurde, so wird die Schuldenbefreiung nicht zugelassen. Spricht aber nichts gegen eine Schuldenbefreiung, so wird das Gericht erneut einen Beschluss erlassen, der den Abschluss des Verfahrens mitteilt und festlegt, dass der Schuldner die Restschuldbefreiung erlangen kann. Dann beginnt die Wohnverhaltensphase, in der der Schuldner allen Verpflichtungen ordnungsgemäß nachkommen muss.